Burnout- und Stressprävention – lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert!

Wird ein Burnout (Burn-out) diagnostiziert, liegt meist schon ein langer Weg hinter den Betroffenen. Die ersten Alarmzeichen unterscheiden sich wenig von der Reaktion auf normale Stresssituationen, doch werden sie bald chronisch und damit gefährlich. Damit es gar nicht erst so weit kommt, lassen sich sinnvolle präventive Maßnahmen in den Alltag einbauen.

Diese Prävention ist besonders wichtig für Menschen, die stark auf Stress reagieren. Wer schlecht Nein sagen kann und besonders hilfsbereit ist, ist besonders gefährdet. Die gute Nachricht: Ein Burn-out lässt sich heilen. Jeder besitzt in seinem Inneren Stellschrauben, um an seinen Einstellungen zu arbeiten und an den äußeren Umständen etwas zu verändern. Es ist wichtig, diese Vorsorgemaßnahmen spätestens bei den ersten Anzeichen zu ergreifen, damit es gar nicht erst zur Katastrophe kommt. Einige Anregungen habe ich hier zusammengestellt:

  • Der erste Schritt ist die absolute Ehrlichkeit mit sich selbst: Wenn Sie nicht zugeben, dass irgendetwas falsch läuft, dass Sie überlastet, überfordert und dauerhaft schlecht gelaunt sind, dann helfen die besten Ratschläge nicht weiter. Symptome wie ein erhöhter Leistungsanspruch bei gleichzeitig fehlender Freude an der Arbeit sollten aufmerksam machen. Schließlich leidet auch Ihr Sozialverhalten unter diesen Veränderungen.
  • Erstellen Sie eine Liste all der Dinge, die Sie am meisten stören. Nehmen Sie alle Bereiche mit hinein und sortieren Sie sie nach ihrer Stärke; oder setzen Sie zwei Listen auf: eine für Ihren Arbeitsplatz und eine für Ihr Privatleben.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie ändern können, und streichen Sie alles andere. Ändern können Sie beispielsweise Ihre Einstellung und Ihr Privatleben, Ihr Freizeitverhalten. Häufig finden sich jedoch auch am Arbeitsplatz kleine Bereiche, in denen sich etwas verändern lässt.
  • Beginnen Sie mit ersten Maßnahmen, vielleicht zunächst im privaten Bereich: Was tut Ihnen besonders gut? Sie sollten jede Woche Erfolgserlebnisse haben, am besten natürlich täglich. Der erste wirksame Schritt ist meist das berühmte Nein-Sagen. Es fällt schwer, doch daran führt kein Weg vorbei. Wer öfter Nein sagt, ist der Gefahr des Burnouts viel seltener ausgesetzt, weil er sich vor Überforderung schützen kann. Fangen Sie bei leichten Situationen an und steigern Sie sich. Das Ziel ist natürlich kein permanentes Nein-Sagen, sondern das Kennenlernen der eigenen Gefühle und Kräfte.

Beispiele:

  • Planen Sie Filme oder einen Stadtbummel ein. Diese Tätigkeiten können Sie mit dem Partner beziehungsweise mit guten Freunden zusammen unternehmen. Sie sollen Spaß daran haben. Ansonsten sagen Sie Nein und nehmen Sie sich eine Auszeit zu Hause.
  • Richten Sie private Schmökerstunden ein, beispielsweise immer eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. Auch ein Wannenbad als Ritual einmal die Woche ist die pure Erholung. Sagen Sie Nein zu den Ansprüchen der Familie, die Sie permanent mit Beschlag belegen will.
  • Achten Sie auf Ihre Partnerschaft. Hat sie schon gelitten? Dann sorgen Sie ab sofort für gemeinsame Auszeiten: täglich eine Viertelstunde miteinander sprechen (ohne jede Ablenkung!), einmal die Woche zusammen kochen oder essen gehen und anderes mehr.
  • Lernen Sie eine Entspannungstechnik wie Yoga, Autogenes Training oder Qi Gong. Bauen Sie diesen Termin ebenso fest in Ihre Tagesplanung ein wie Spaziergänge und/oder Sport. Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren, um leistungsfähig und gesund zu bleiben.
  • Planen Sie Veränderungen am Arbeitsplatz. Können Sie mit Kollegen und Vorgesetzten reden? Lassen sich Strukturen verändern? Ansonsten versuchen Sie es mit einem eigenen Zeit- und Stressmanagement und mit neuen Arbeitsabläufen. Organisieren Sie Pflanzen, räumen Sie um, setzen Sie sich auf einen anderen Stuhl. Probieren Sie alles aus, was als Prävention den Stress vermindern kann. Wenn nichts wirkt, denken Sie über einen Arbeitsplatzwechsel nach.
  • Unternehmen Sie unbedingt etwas, bevor Sie in ein Burnout rutschen! Wenn Sie allein nicht weiterkommen, holen Sie sich professionelle Unterstützung.

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