Erfolgreich durch die Wechseljahre!

Jede Frau ohne Ausnahme kommt in die Wechseljahre, ein Drittel hat damit überhaupt keine Probleme. Die weiteren zwei Drittel teilen sich auf in leichte/mittelstarke bis starke Beschwerden.
Von den Wechseljahren des Mannes wird kaum gesprochen, dabei sind sie bei mindestens jedem zehnten Mann vorhanden und bereiten ebenfalls Probleme.

Der Grund: Die Sexualhormone nehmen ab. Frauen haben als äußerlichen Anhaltspunkt die aussetzende Menstruation; bei Männern, die nicht an Erektionsstörungen leiden, kann der Prozess höchstens anhand veränderten Verhaltens gemessen werden. Sie können reizbar werden, am Bauch zunehmen, sich nach jüngeren Frauen umschauen, aufs Motorrad steigen und mit viel Kraft versuchen, mit den Jüngeren mitzuhalten. Sie können aber auch depressiv werden, sich einsilbig zeigen oder umgekehrt plötzlich den Partylöwen geben.

Das Problem all dieser Veränderungen bei einem Paar: Kaum sind die Kinder aus dem Haus, wird der Partner kritischer beäugt. Es wird gemeckert und geschmollt, die Welt steht Kopf. Plötzlich wird jede Kleinigkeit zum Desaster. Da hilft nur ein klares Programm: Jeder muss zum Arzt und beide sollten gewillt sein, miteinander zu reden und die Situation deutlich zu verbessern. Hat das Paar auch während der Familienzeit miteinander harmoniert, bestehen gute Chancen, diese Krisenzeiten zu meistern.

Veränderungen und Behandlungen

– Der Mann sollte abklären lassen, ob seine körperlichen Probleme andere Ursachen haben. Der Testosteronspiegel wird gemessen, die Prostata untersucht, Erektionsprobleme angesprochen und Bauchumfang und Haarausfall betrachtet. Veränderte Wahrnehmungen und psychische Probleme sind ebenso ein Thema, damit der Arzt ein umfassendes Bild bekommt.
– Die Frau lässt nachschauen, inwieweit die Eierstöcke noch arbeiten und wie die Gebärmutter aussieht. Sie erkennt ihre Wechseljahre, weil die Blutungen seltener, dafür vielleicht stärker oder länger werden. Die Brust verliert an Spannkraft, eventuell werden die Haare lichter.

Bei beiden verändert sich der Körper, er wird schlicht älter: Hornhaut entsteht an den Füßen, die Nagel- und Hautqualität nimmt ab, die Mitte des Leibes dafür zu. Das ist für niemanden leicht wegzustecken. Dazu kommen die Veränderungen zu Hause, unter anderem z.B. mit dem Wegzug der Kinder. Vielleicht gibt es zufälligerweise Probleme im Job, die Anforderungen scheinen immer mehr zu werden – oder nimmt nur die eigene Kraft stetig ab?

Hormonveränderungen selbst sind nicht zu sehen, doch sie sorgen für teilweise extreme Stimmungswandlungen und Schlafstörungen. Mann und Frau können mit Hormonen behandelt werden, wenn er oder sie das möchte. Das Thema ist bekanntermaßen umstritten und sollte individuell entschieden werden.

Miteinander reden hilft immer

Das Wichtigste: Das Paar sollte miteinander reden; nicht verletzend, sondern am besten ritualisiert: bei einer Tasse Kaffee oder Tee, einem kleinen Gebäck, dabei konzentriert auf den anderen – und dies nach Möglichkeit jeden Tag.

Keiner von beiden kann ahnen, was in dem anderen vorgeht, wenn dieser nicht darüber redet. Männer sind es häufig nicht gewohnt, über sich und ihren Körper zu sprechen. Sie können das aber lernen. Vielleicht sprechen sie zunächst lieber mit einem guten Freund und teilen sich erst später der Partnerin mit. Bei tieferen Depressionen und/oder hoher Reizbarkeit steht der Ehe oder Partnerschaft eine schwere Zeit bevor. Dies können beide mit fürsorglichen Gesprächen in den Griff bekommen. Im Zweifelsfall kann ein Psychotherapeut hinzugezogen werden.

Gemeinsamkeiten entdecken und fördern

Finden Sie Gemeinsamkeiten, nicht das Trennende: Komplimente über die positiven Aspekte des Körpers wie des Verhaltens können Wunder wirken. Der Mann braucht ebenso wie die Frau die Bestätigung, attraktiv, begehrenswert und nützlich zu sein. Vielleicht nehmen Sie ein gemeinsames Bad, treiben Sport oder leisten sich einen außergewöhnlichen Urlaub. Erlaubt ist, was gefällt, außer Haus und in der Intimität des Schlafzimmers. Sorgen Sie für Romantik pur, nehmen Sie gegenseitig das Gute wie das Schlechte des Partners an und stärken Sie die Gemeinschaft! Dann sind Seitensprünge, Entfremdung und gefährliche Hobbys kein Thema.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.