In Zeiten wie diesen… wenn die Angst nach uns greift

 

In Zeiten wie diesen… wenn die Angst nach uns greift

Im Augenblick erfahre ich viel Dankbarkeit, dass ich in diesen Zeiten meinen Praxisbetrieb unter allen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen aufrechterhalte. Die Patienten müssen versorgt werden, sonst bleiben sie mit ihren Ängsten und Nöten alleine. Das möchte ich nicht verantworten, denn in Krisenzeiten steigt die psychische Belastung zusätzlich.

Das Stresslevel und  Anspannung in der Familie steigt, wenn alle zuhause sind und der Weg nach draußen reglementiert ist. Es fehlt uns unserer geregelter Ablauf unsere Normalität.

 

Ständig werden wir von unterschiedlichsten Meldungen behelligt. Wenn wir uns dauernd mit Angst und Unsicherheit überhandnehmenden Nachrichten beschäftigen, können wir Albträume und Ängste entwickeln. Das macht uns allen zu schaffen. Ich persönlich mache dies aus Selbstfürsorge nicht mehr. Weder Statistiken noch Sensationsberichte helfen uns weiter. Hier ist es wichtig, wirklich bewusst mit den Medien umzugehen und uns nicht überfluten zu lassen.

 

Biologisch gesehen reagiert der Mensch auf die Bedrohungslage, die Angst und Unsicherheit schürt, mit der Aktivierung unseres Stress Systems, das für unser Überleben verantwortlich ist. Das kann sich in verschiedener Hinsicht zeigen, so dass wir zu Hause bleiben oder mit aggressivem Verhalten, um z.B. beim hamstern unser Klopapier zu verteidigen. Oder, da wir nicht einschätzen können wie lange die Situation noch anhält, fühlen wir uns auch hilflos und alleine. Diese ständige Anspannung ist langfristig für Körper und Seele sehr anstrengend. 

 

Wenn wir zusammen halten Vertrauen, Empathie  und Solidarität zeigen, können wir auch diese Krisenzeit meistern.

Hierzu habe ich ein paar Übungen zusammengetragen wie Körper und Gemüt sich gegenseitig beeinflussen, denn dein Gemütszustand zeigt sich in deiner Körperhaltung und deine Körperhaltung beeinflusst deinen Gemütszustand.

Vertraue auf das Zusammenspiel zwischen deinem Körper und Gehirn mit seinen 5,8 Millionen km Nervenbahnen, damit du bei Stress und Ärger ruhig bleibst.

Du kannst die Übungen stündlich machen und  wenn es dir danach ist.

Und jetzt geht’s los….

  

  1. Kopf hoch

Nimm einfach den Kopf hoch, bei jeder Gelegenheit, schon morgens beim Aufstehen, tagsüber….so oft du kannst.
Denn….im Gesichtsbereich sind unsere wichtigsten Sinnesorgane. Wenn du den Kopf hängen lässt, bist du völlig eingeschränkt in deiner sinnlichen Wahrnehmung und signalisiert dem Gehirn ein Stimmungstief. Deshalb Kopf hoch – so einfach geht das!

  1. Brust raus

Einfach die Brust ein wenig herausstrecken und gleich fällt dir das Atmen leichter.  Besonders morgens, wenn du aufstehst, mach die ersten Schritte mit ausgestreckter Brust. Schau dabei ruhig in den Spiegel und Kopf hoch!
Denn….wenn du die Schultern hängen lässt und den Brustbereich einengst signalisiert dies dem Gehirn ein schlechtes Gefühl, was wiederum im Bereich der Emotionen zu schlechter Stimmung verarbeitet werden kann.

  1. Schlürfatmen

Du musst die Lippen spitzen, so als ob sie einen Strohhalm umschließen  würden. Und nun atme durch diesen Strohhalm die Luft tief ein, langsam und genussvoll, mindestens sechsmal hintereinander. Da Ausatmen geht dadurch ganz leicht und selbstverständlich. Stell dir dabei vor, was du alles einatmen möchtest:
– Ruhe
– Gelassenheit
– Kraft   
Durch diese Atemtechnik wird deinem Gehirn signalisiert – Alles in Ordnung, du kannst dich entspannen und vertrauen.

Es gäbe es noch viel mehr Körperübungen…..aber auch weitere gute Tools zur Unterstützung wie

  1. Konstruktive Ablenkung

Allein oder mit der ganzen Familie, wenn euch die Decke auf den Kopf fällt und ihr zu viel grübelt, ist eine konstruktive Ablenkung sinnvoll….ihr könnt gemeinsam spielen, malen, basteln, werkeln, kochen, telefonieren und alles andere,  was ihr sowieso schon immer mal tun wolltet….

  1. Gedankenkarusell stoppen

Um euer Gedankenkarusell zu stoppen
 – wir glauben uns viel zu oft, was wir denken –
ist das ABC Spiel oder Stadt Land Fluss eine gute Wahl, da ihr so die Gedanken auf etwas anderes fokussiert. Hier können sogar mehrere Generationen miteinander spielen.

  1. Die Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt lenken – 5-4-3-2-1

Eine beruhigende Übung die auf das fokussiert, was unmittelbar und real ist.
Du  benennst 5 Dinge die du siehst, dann zählst du 5 Dinge auf die du hörst und zum Schluss beschreibst du 5 Dinge die du spürst…das wiederholst du mit vier, mit drei mit zwei Aspekten, damit du dich nicht länger mit irrealen Gedanken beschäftigst.

Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Beitrag eine kleine Unterstützung an die Hand geben….

Was ich schon immer zusätzlich zur Praxis vor Ort anbiete ist meine Videosprechstunde…….http://www.karintauschek.de

 

(Quellen: Dr. med Claudia Croos- Müller, Kösel)

 

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